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Zoo: Zahlen und Argumente
Der Zoo ist eine der beliebtesten Freizeitvergnügungen
in unserer Gesellschaft. Kinder strahlen, wenn sie die "wilden"
Tiere sehen und Eltern können sich in den schön
angelegten Parkanlagen erholen. Was also spricht gegen den
Zoo?
| Zahlen: |
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Zooanlagen weltweit |
Ca. 10.000 |
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Zooanlagen in Deutschland |
Ca. 300 |
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In Zooanlagen lebende Wirbeltiere weltweit |
Ca. 1.232.000 |
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In Zooanlagen lebende Wirbeltiere Deutschland |
Ca. 1.500 bis 2.000 |
Haltung:
Für die Zoobesucher sind die meisten Gehege der in Gefangenschaft
lebenden Tiere schön und artgerecht gestaltet. Dies täuscht!
Die Anlagen richten sich fast ausschließlich nach den
Bedürfnissen der Besucher. Diese wollen die Tiere jederzeit
beobachten können, was kleine überschaubare Anlagen
erfordert. Verglichen mit den Revieren der in Freiheit lebenden
Artgenossen haben diese nicht einmal ansatzweise ausreichende
Größen. Desweiteren folgt die Gestaltung der Gehege
mehr der menschlichen Ästhetik als den Bedürfnissen
der Tiere.
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Am Beispiel Delphin:
- Beckengrößen für Delphinarien
sind nicht vorgegeben bzw. geregelt (im Tiergarten
Nürnberg 350 qm für 7 Delphine)
- Delphine tauchen in freier Wildbahn bis zu 500
Metern in die Tiefe
- Delphine erreichen in freier Wildbahn bis zu
50 km/h
- Delphine legen eine Tagesstrecke von 50 bis 250
km zurück
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Verhaltensstörungen:
Ein weiteres Problem der Gefangenschaftshaltungen sind die
gestörten Verhaltensweisen, der dort lebenden Tiere.
Ich denke, Menschen die z. B. einen Wellensittich im Käfig
eingesperrt eine längere Zeit beobachtet haben, wissen
was ich meine. Ich spreche von sogenannten Stereotypen, d.
h. völlig gleichmäßige sich wiederholende
Bewegungsabläufe bei Vögeln in der Gefangenschaft
das ununterbrochene Hüpfen von einer Stange auf die Nächste
und wieder zurück. Die Tiere scheinen dabei völlig
geistesabwesend zu sein, wie in Trance, ohne Ihre Umwelt war
zu nehmen. Besonders häufig sind Stereotypen bei Huftieren
und Elefanten zur beochten (z.B. abwandern der Begrenzungen
der Gehege; Schwingen mit dem ganzen Körper).
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Am Beispiel Delphin:
- ständig gleichbleibende Schwimmbewegungen,
fressen der Fugenmasse
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Arterhaltung:
Zoobefürworter behaupten, dass der Zoo ein wichtiges
Instrument der Arterhaltung ist. Doch nun stellt sich erst
einmal die Frage: Welche Art soll "gerettet" werden?
Der Panda oder doch lieber der Aasgeier? Dies ist bei
einer Zahl von 10.000 bedrohten Arten nicht einfach zu beantworten!
Die Nachzucht von in Gefangenschaft gehaltenen Tieren ist
mit einigen Problemen behaftet:
- Um Inzucht zu vermeiden, müssten von jeder Art, laut
kritischen Wissenschaftlern 500 paarungsfähige und
willige Tiere am Zuchtprogramm teilnehmen.
- Lange Transportzeiten der Tiere von Zoo zu Zoo haben einen
hohen Stressfaktor zur Folge.
- Verlust von natürlichen Mutterinstinikten/Sozialverhalten.
Doch als erstes dient der Nachwuchs immer als Publikumsmagnet.
Medienwirksam wird die Geburt der "kleinen süßen"
Lebewesen ausgeschlachtet. Ware Menschenmassen strömen
in die Zoos, um die Neugeborenen zu betrachten. Doch haben
Sie sich als Besucher schon einmal überlegt, was mit
den Neugeborenen passiert, wenn Sie ausgewachsen und nicht
mehr Publikumsmagnet sind? Die Auswilderung dieser Tiere ist
so gut wie unmöglich. Viele dieser Tiere werden an andere
Zoos verkauft. Doch eine nicht zu geringe Zahl landet als
Tierfutter im eigenen Zoo oder als Delikatesse auf dem Teller
von so manchen "Feinschmecker".
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Am Beispiel Delphin:
- Nachzuchten im Zoo Nürnberg: 15
- Todesfälle der Nachzuchten in Nürnberg:
11
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Wildfänge:
Es gibt verschiedene Fangmethoden:´
- Landtiere werden zumeist mit Fallen- und Grubentechniken
gefangen. Fallen und Gruben werden auf regelmäßigen
Pfaden der Tiere errichtet bzw. gegraben. Doch nicht nur
die vom Tierfänger gewünschte Art landen in diesen
Fallen und Gruben, sondern auch viele andere Arten
oft mit Verletzungen. Außerdem werden Käfig-Lebendfallen
und Fußfallen verwendet.
- Giraffen und Elefanten werden zumeist mit Treibjagden
gefangen. Zu diesem Zweck wird ein riesiger Pferch gebaut,
mit einem Trichterförmig zulaufenden Eingang. Mit Jeeps
und Hubschraubern werden ganze Herden in diese Fallen gejagt.
- Beim Fang von Affen werden einzelne Tiere durch abholzen
der umstehenden Bäume isoliert. Um den Baumstamm wird
eine Plattform gelegt, die nur ein Loch hat. Schließlich
wird unter dem Baumstamm ein "nasses" Feuer angezündet,
welches starken Rauch entwickelt. Der einzige Ausweg für
die Affen ist durch das Loch in der Plattform, wo sie dann
in einem Fangnetz landen. Eine andere Methode ist das herabschießen
der Muttertiere aus den Bäumen. Die Jungtiere überleben
den Sturz aus 20 30 Metern Höhe nur selten unverletzt.
Um einen Wildfang lebend in einen Zoo zu bekommen müssen
durchschnittlich 10 Tiere dafür sterben!
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Am Beispiel Delphin:
Beschreibung des französichen Naturfilmer Jacques
Cousteau bei einer Fangexpedition: (Voll Anteilnahme
beschrieben der Naturfilmer führte seine
Fangexperimente fort!!!)
"Am selben Tag fängt Falco einen sehr
großen und schweren Delphin, den er zu Kiki ins
Becken setzt und sachte herumbugsiert. Aber der Neuankömmling
gleichfalls ein Weibchen entwischt ihm
und stürzt sich, Kopf voran, gegen die Beckenwand.
Falco dreht es das Herz im Leib um, er fängt den
Delphin wieder ein, befördert ihn an die Oberfläche,
redet ihm gut zu, versucht ihn zu beruhigen, aber erneut
schießt das Tier los und rennt mit demselben entsetzlichen
Krachen gegen die Mauer. Als es sich mit Tempo 50 von
einem Beckenrand zum anderen wirft, ist es endlich soweit.
Ein schrecklicher Todeskrampf setzt ein, bei dem das
Tier zu Seite torkelt und, am ganzen Leib zitternd,
allmählich steif wird, während sich seine
Lungen glucksend mit Wasser füllen. Falco, der
das Drama mitansehen muss, ist ganz aufgewühlt.
Er holt Dr. Beck und gemeinsam öffnen sie den Leib
des Tieres, in dem sich ein vollständig entwickelter,
aber leider toter Delphinembryo von 1,5 Kilo befindet!"
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In Nürnberg 15 Wildfänge aus Florida, Kuba, Mexico,
davon sind noch 5 in Nürnberg am Leben, 3 Delphine wurden
nach Münster verkauft, davon sind noch 2 am Leben!
Was kann ich tun?
- Gehen Sie bitte nicht in den Zoo! Sollten Sie nicht auf
einen Zoobesuch verzichten wollen, schauen sie den Zoo mal
mit anderen Augen an schauen Sie hinter die Kulissen.
- Informieren Sie Ihre Freunde und Kollegen zum Thema Zoo
und dem damit verbundenen Tierleid!
- Gehen Sie mit Ihren Kindern in die freie Natur zum Spazieren.
Sie werden sehen, bei einem Waldspaziergang kann man auch
viele Tiere sehen und sie in Ihrer ganzen Schönheit
erleben.
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Der Panther
Jardin des Plantes, Paris
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
So müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
Und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein grosser Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
Sich lautlos auf. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille
und hört im Herzen auf zu sein.
Rainer Maria Rilke, 1903
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K. Doppelmaier 2002
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