| |
Gnadenlose Verfolgung der
Stadttauben
Das Fütterungsverbot ist eindeutig
eine Tötungsmethode!
Wußten Sie eigentlich, daß die Stadttaubenpopulation
auf die
Zucht und Aussetzung durch den Menschen zurückzuführen
ist?
Die Stadttauben sind das Überbleibsel der Zucht. Sie
sind domestizierte Lebewesen, wie der Hund, wie die Katze,
und auf Gedeih und Verderb auf den Menschen angewiesen. Die
Menschen holten die Tauben vor Tausenden von Jahren von den
Felsen, um sie zu züchten. Dies ist der Grund, warum
Tauben sich gerne auf möglichst hohen Gebäuden aufhalten
und vor allem bei enger städtischer Bebauung zu finden
sind. Gerade im Kern einer Stadt finden sie den Ersatz für
ihre geliebten Felsen, die wir ihnen nahmen. Die Stadttauben
sind herrenlose Haustiere, entstammen den Schlagtauben.
In Deutschland gibt es 90 000 Brieftaubenzüchter mit
Millionen von Brieftauben, in ganz Europa ein vielfaches
mehr, die bei ihren zweifelhaften erzwungenen Preisflügen
immer wieder in den Städten aus Erschöpfung zurück
bleiben. Als Notlösung benutzen sie zum Nisten Blumenkästen,
Fensterbänke, Gesimse, Mauervorsprünge und Luken
unter den Dächern, was ihnen die Menschen übel nehmen.
Mit Netzen, Glasscherben, spitzen Dolchen, Stromkabeln und
vielen anderen Foltergegenständen versucht man, die Tauben
von den Gebäuden fernzuhalten, wodurch sie sich schwere
Verletzungen zuziehen. Tiefe Löcher im Leib der Taube,
verkrüppelte Füße, fehlende Zehen, ja sogar
das Fehlen eines ganzen Fußes machen deutlich, was diese
Tiere erleiden müssen.
Darum brauchen die Tauben Unterkünfte,
die man dann zum Eieraustausch nutzen kann. Stadttauben
sind keine Baumbrüter sondern Felsenbrüter und deshalb
an Gebäude gebunden, die sie trotz Gegenpropaganda nicht
zerstören. Die erst in den letzten 50 Jahren zu beobachtende
beschleunigte Fassadenzerstörung und Denkmalzersetzung
verdanken wir den Menschen durch die von ihnen produzierten
Umweltgifte und den dadurch entstehenden sauren Regen. Zur
Gebäudezerstörung tragen im übrigen auch ganz
natürliche Vorgänge, wie z.B. Mikroorganismen, bei.
Was die Tauben in Jahrtausenden an Zerstörung von Gebäuden
nicht geschafft haben, schaffen wir Menschen in wenigen Jahrzehnten
und wir schämen uns nicht, dafür unschuldige Tiere
verantwortlich zu machen.
Auch das Vergiften, der Abschuß, das Einfangen und Verfüttern
an Wildtiere sowie ein Fütterungsverbot sind tierschutzwidrige
Maßnahmen und verstoßen ohne vernünftigen
Grund gegen die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes. Vor allen
Dingen wäre hierbei auch an die allein gelassenen leidenden
Nestlinge zu denken. Ein vernünftiger Grund kann auch
nicht in einer Krankheitsübertragung gesehen werden.
Bereits 1989 teilte das Bundesgesundheitsamt mit, daß
die gesundheitliche Gefährdung durch Tauben nicht größer
sei als durch "Zier"- und Wildvögel sowie "Nutz"-
und "Haustiere".
Auch seien Tauben nicht als Schädlinge einzustufen. Jeder
Mensch, der die Tauben hungern läßt und sich für
ein Fütterungsverbot ausspricht und dadurch den Tauben
länger anhaltende Schmerzen und Leiden zufügt, trägt
dazu bei, daß Tauben infolge Hungers erkranken. Eine
artgerecht gefütterte Taube hat eine gesunde Immunabwehr.
Bei geschwächten und hungernden Populationen verbreiten
sich auch ganz natürliche Krankheiten, die normalerweise
jede Taube mit einer guten Widerstandskraft abwehren kann.
Dessen sollte sich jeder bewußt sein, der Tauben tierschutzwidrig
hungern läßt.
Fazit:
Anstelle eines Fütterungsverbots sollten die Städte
ein Konzept mit zwei Schwerpunkten verwirklichen:
1. Die Stadttauben sollten von bestimmten Personen an bestimmten
Plätzen mit artgerechtem Futter kontrolliert gefüttert
werden.
2. Es sollten Taubenschläge in Gebäuden eingerichtet
werden, wo der Schwarm krankheits- und parasitenfrei gehalten
werden kann, und Geburtenkontrolle durch Eiaustausch möglich
ist.
Dieses Konzept, richtig durchgeführt, wird den Tauben
gerecht und sollte in der Lage sein, einen stadtverträglichen,
gesunden Bestand zu erhalten.
J. Kunz 2001
Alle Links
zum Thema Stadttauben anzeigen.
Haben Sie Fragen,
Anregungen oder eine Nachricht an den Autor?
Druckversion
|
|