Menschen für Tierrechte Bayern e.V.
Landesverband gegen Tierversuche, Intensivtierhaltung
und sonstige Formen der Ausbeutung von Tieren

 
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BSE und MKS

Eine der Folgen von BSE und MKS war sicherlich, daß die Bevölkerung dem Leben, Leiden und Sterben der betroffenen Tiere mehr Aufmerksamkeit schenkte. Doch wie geht es weiter? Ist die Angst vor BSE-infiziertem Fleisch und die Entrüstung über die Massenschlachtungen ganzer Tierherden bereits vorbei? Haben wir die ca. 500 000 brennenden Tiere in Großbritannien - die mehr Dioxin erzeugte, als alle stark umweltverschmutzenden Quellen der Insel zusammen - bereits vergessen? Sind unsere Forderungen nach einer MKS-Impfung bereits wieder leiser geworden, da die Verbreitung der Seuche bereits rückläufig ist?

Selbstverständlich ist die Angst vor BSE und der damit für uns Menschen verbundenen Gefahren verständlich. Doch würde der Mensch seinen Blick einmal von sich zu den "Nutztieren" wenden, deren traurige Lebensqualität tatsächlich wahrnehmen sowie deren Gefühle wie Schmerz, Streß, Angst u. ä. verstehen und nicht verdrängen, wäre ihm schnell klar: Leidensfähige, fühlende Tiere haben es nicht verdient, lediglich als gefühllose Fleischlieferanten herhalten zu müssen. Es ist Unrecht, daß sie - lediglich zur Stabilisierung des Fleischmarktes - zu Tausenden vernichtet werden. Bei genauerer Betrachtung ist die staatlich verordnete Tiertötung (400 000 Tiere in Deutschland im ersten Halbjahr 2001) nichts anderes als die tagtägliche Tierschlachtung zum Fleischverzehr. Kommt nicht eine Scheinheiligkeit zutage, wenn man auf der einen Seite gegen die Massenvernichtung von 400 000 Tiere aufbegehrt, an dem täglich stattfindende Morden in unseren Schlachthöfen aber nichts Anstößiges findet? Auch das haben die Tiere nicht verdient!

Bezüglich MKS warnten fast alle Seuchenexperten vor Beendigung der Impfungen, da ansonsten mit MKS-Ausbrüchen zu rechnen sei. Doch die Prognosen der Fachleute wurden leider nicht ernstgenommen. Es gab nie eine wissenschaftlich überzeugende Begründung für einen Impfstopp (aus Der Spiegel 17/2001). Die Entscheidung dafür hatte allein handelspolitische Gründe. Möglichst viele Tiere sollten in möglichst viele Länder exportiert werden, was mit MKS-Impfungen nicht in dem Ausmaß möglich gewesen wäre. Das Ergebnis waren jetzt massenhaft umgebrachter Tiere, die - noch nicht einmal tot - aufeinandergeworfen und verbrannt wurden.
Auch die Summe von 800 Millionen DM (Kosten der MKS bis April 2001, laut Haushaltskommissarin M. Schreyer), die größtenteils die Beteiligung der EU an den Entschädigungszahlungen für vorbeugend getöteter Tiere ausmacht, ist enorm. Unsere Steuergelder unterstützen auch hier Tierleid!

 

Margit Brücklmeier 2001

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