Menschen für Tierrechte Bayern e.V.
Landesverband gegen Tierversuche, Intensivtierhaltung
und sonstige Formen der Ausbeutung von Tieren

 
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Schlachten in Deutschland

Warmblütige Tiere sind beim Schlachten vor dem Blutentzug zu betäuben (§ 4a Abs. 1 TierSchG). Ausnahmen sind nur zulässig bei Notschlachtungen bzw. bedürfen einer Ausnahmegenehmigung. Dieses Töten ohne Betäubung (=Schächen) bedeutet für die Tiere eine noch größere Qual, als die herkömmliche Schlachtung. Der langsame Tod des einzelnen Tieres wird bewusst in Kauf genommen – was bis zu 15 Minuten dauern kann! Aber auch der in Deutschland übliche und vorgeschriebene Schlachtvorgang bedeutet keine Sicherheit für die Tiere, ihre eigene Tötung nicht mit erleben zu müssen – zwischen 20 und 80 % der Tiere (je nach Tierart) wacht aufgrund unzureichender Betäubung auf und erlebt die eigene Tötung mit!

Stellt man den tatsächlichen Verbrauch, das heißt die Schlachtungen der im Artikel "Haltung unserer ‚Nutztiere' in Deutschland" vorgenannten Tiermengen gegenüber, sagen die Zahlen des Ministeriums folgendes aus:

  • 4,3 Millionen Rinder
  • 44,3 Millionen Schweine
  • 2,1 Millionen Schafe und Ziegen
  • 367,6 Millionen Jungmasthühner
  • 31,3 Millionen Suppenhühner
  • 30,8 Millionen Puten
  • 13,8 Millionen Enten
  • 0,4 Millionen Gänse
    wurden (im Jahr 2002) in Deutschland geschlachtet.

Hier einige Beschreibungen von Schlachtvorgängen:

Die Schlachtungen der Tiere bedeutet oft ein grausames Ende nach qualvollem Dahinvegetieren. Schweine werden meist durch Elektrozangen betäubt und anschließend ausgeblutet. Leider erleben sie das Ausbluten oder das Abbrühen ihrer Borsten nicht selten bewußt mit, da der Stromstoß zu gering ausfiel und die Tiere vor Ihrer Verabeitung wieder erwachen.

Rinder erhalten zur Betäubung den in Verruf geratenen Bolzenschuß. Wird dieser nicht korrekt angesetzt - was aufgrund der Akkordarbeit des Schlächters und der fehlenden Kontrollen oftmals vorkommt - und wird der Kehlschnitt zum Ausbluten nicht innerhalb von 1 Minute nach Betäubung angesetzt, erwacht das Rind und befindet sich lediglich im Dämmerzustand. Auch hier bedeutet dies, daß die Tiere das Ausbluten und die anschließende Prozedur z. T. lebend ertragen müssen.

"Lege"hennen erleiden ihren Kehlschnitt ebenfalls mit unzureichender Betäubung mittels Elektrobad, ihre Tötung erleben die leidensfähigen Tiere dadurch mit.

Margit Brücklmeier 2005

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