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Haltung
unserer "Nutztiere" in Deutschland
Zu Anfang einige "nüchterne Zahlen" aus aktuellen
Tierschutzbericht des Bundesministeriums für Verbraucherschutz,
Ernährung und Landwirtschaft:
- Im Jahresdurchschnitt wurden im Jahr 2001 in Deutschland
49,9 Mio. Legehennen gehalten (1999: 40,6 Mio. Tiere).
- Als Mastgeflügel (vor allem Masthühner, Truthühner,
Enten und Gänse) waren es 2001
- 51,3 Millionen Masthühner (1999: 49,3 Millionen)
- 9,5 Millonen Truthühner (Puten) (1999: 8,3 Millionen)
- 2,2 Millionen Enten (1999: 1,9 Millionen)
- 0,4 Millionen Gänse
(gleich wie 1999)
- Zudem wurden im Jahr Mai 2002 26,1 Mio Schweine (2000:
25,70 Millionen) und 14 Mio. Rinder (2000: 14,6 Mio) gehalten.
Hinter vorgenannten Zahlen verbergen sich Millionen leidensfähiger
und fühlender Lebewesen, die oftmals nur einmal in ihrem
Leben die Sonne sehen. Am Tag ihrer Tötung auf dem Weg
zum Schlachthof. Hier einige "Lebens"umstände
der Tiere, die leider nichts an Aktualität verloren haben:
- "Lege"hennen
Gleich beim Schlüpfen in der Kükenaufzuchtstation
werden die männlichen Küken vergast oder lebendig
zermahlen. Den weiblichen Küken wird ein Teil des hochsensiblen
Schnabels weggebrannt oder -geschnitten. Ihr kurzes "Leben"
vegetieren sie auf engstem Raum, in der Käfighaltung
(95 % der produzierten Eier) können sie ihren ureigensten
Bedürfnissen wie Sandbaden und Flügelschlagen
nicht nachkommen. In der sogenannten Bodenhaltung ist die
enge Haltung der Tiere ähnlich, lediglich der Gitterrost
unter den Füßen wird den Tieren erspart. Aber
auch hier haben die männlichen Küken kein Lebensrecht.
Aktuelles: Ab 01.01.2007 soll es – laut Bundesministerium
für Verbraucherschutz, Frau Künast – keine
Legehennenhaltung mehr in Deutschland geben. Dies wurde
vom Bundesrat vor Jahren auch beschlossen.
Leider änderten die Bundesländer ihre Meinung
in den vergangenen Monaten und entschieden sich im Bundesrat
am 17.12.2004 entgegen ihrer vorherigen Abstimmung! Sie
forderten sog. „Kleinvolieren“. Frau Künast
hat allerdings mitgeteilt, dass es mit ihr keine Käfige,
ob nun Käfig oder Kleinvoliere genannt, geben wird.
Wir hoffen, dass sich hier ihren Standpunkt weiterhin vertritt.
- "Mast"hähnchen
Fünf Wochen Lebenszeit werden einem "Mast"hähnchen
zugestanden. Mehr ist den Tieren auch nicht zu wünschen,
kommen doch auf einen Quadratmeter 25 Tiere! Durch einseitige
Zucht wurde das Sättigungszentrum im Gehirn ausgeschaltet
- die Tiere essen bis sie buchstäblich durch ihr Gewicht
umfallen. Ihre Füße können den schweren
Körper nicht mehr tragen, manche Tiere schaffen den
kurzen Weg zum Futtertrog oder zur Tränke nicht mehr.
Rund 3 Millionen Tiere sterben jährlich während
der Mast. Nachdem die überlebenden Tiere beispielsweise
durch "Geflügelfangmaschinen" eingefangen
und verletzt wurden und den grausamen Transport überstanden
haben, steht ihnen die Schlachtung bevor. Diese beendet
bei völlig unzureichender Betäubung ein elendes
Leben voller Qualen.
- Kälber
Kälber werden - außer in der seltenen Mutterkuh-Haltung
- in der Regel gleich nach der Geburt ihrer Mutter weggenommen.
Nach kurzer Zeit gelangen viele der Kälber in die Mast
(auch ins Ausland), um schnellstmöglich weißes
Kalbfleisch anzusetzen. Artwidrigste Nahrung und Haltung
auf engstem Raum bestimmen das "Leben" der Tiere,
bevor sie als Kalbsbraten auf dem Teller der Konsumenten
enden. Das hübsch dekorierte Stück Fleisch lässt
die Menschen die Qualen der Tiere verdrängen und vergessen!
- "Milch"kühe
Die Lebensqualität der "Milch"kühe ist
ebenfalls stark eingeschränkt, wenn sie ihr Leben lang
den Stall nicht verlassen dürfen. Im ländlichen
Bereich werden die Tiere zum Teil noch ausgetrieben, leider
ist diese artgerechte Haltung oft nur den Jungtieren vorbehalten.
Die im Stall verbleibenden Milchkühe werden nicht selten
angebunden, haben gerade Platz zum Niederliegen und Aufstehen,
sofern ihnen ein Laufstall versagt wird. Die Vorstellung,
daß eine Milchkuh ihr ganzes Leben (ca. 5 Jahre) nur
auf einem Platz verweilen darf, um uns täglich Milch
zu geben, kann ohne weiteres als lebenslange Qual bezeichnet
werden!
- Schweine
Auch ein Schweineleben ist nicht wünschenswert. Die
Tiere werden oftmals in Einzelhaft und im Kastenstand (Muttersauen)
zur absoluten Bewegungslosigkeit verdammt. Schweine in Gruppenhaltung
fehlt oftmals ausreichend Einstreu, quälerische Spaltenböden
sind an der Tagesordnung. Die Folge der artwidrigsten Haltung
auf engstem Raum ohne Beschäftigung sind unter anderem
die Verstümmelung des Schwanzes. Um dem vorzubeugen,
werden den Tieren in den ersten Lebenstagen ohne Betäubung
die Schwänze kupiert und die Eckzähne abgekniffen.
Zudem erleiden die Tiere die betäubungslose Kastration
- ebenfalls als Baby in den ersten Lebenstagen.
Aktuelles: Auf EU-Ebene sind minimale Verbesserungen für
die Schweinehaltung vorgesehen. Frau Künast möchte
diese weiterhin minimal verbessern. Leider scheiterte sie
im Bundesrat mit ihren Vorschlägen – sie hätte
der Abschaffung der Käfighaltung für Legehennen
zustimmen müssen, um ihre Vorschläge durchzubringen.
- "Mast"kaninchen
In der Auflistung des Ministeriums fehlen beispielsweise
die "Mast"kaninchen. Der Grund dürfte darin
liegen, daß es für die Haltung keine gesetzlichen
Vorschriften und damit auch keine genehmigungspflichtigen
Anlagen gibt. Kontrollen sind somit ebenfalls ausgeschlossen.
41 000 Tonnen Kaninchenfleisch werden in Deutschland gegessen,
größtenteils in Deutschland produziert. Es handelt
sich hier um ca. 22 Millionen Tiere. Die Haltung bei den
Tieren ist ähnlich die der "Lege"hennen,
sie fristen ihr kümmerliches Dasein oftmals in engen
Drahtkäfigen dahin.
Was können Sie tun:
- Zeigen Sie sich verantwortungsbewusst und machen sie ihre
Kaufentscheidung von ethischen Kriterien abhängig.
- Verzichten Sie, wenn Sie nicht auf Eier verzichten können
z. B. auf den Kauf von Billigeiern, die stammen immer aus
den Käfighaltungen!
- Vermeiden Sie Nahrungsmittel, die Eier beinhalten, das
Lesen der Inhaltsangaben hilft dabei. (Sie werden staunen,
wo überall Eier enthalten sind!)
- Weichen Sie nicht auf das Fleisch anderer Tierarten aus,
dort herrschen ähnliche Zustände.
- Legen Sie einen (oder zwei, oder drei?) fleisch- bzw.
wurstlosen Tag in der Woche ein. Rezepte dafür gibt
es mittlerweile ausreichend.
- Sagen Sie Vertretern der Politik, der Landwirtschaft und
des Lebensmittelhandels offen ihre Meinung, denn das Angebot
wird durch die Nachfrage bestimmt!
Margit Brücklmeier 2005
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